Informationen zu den TableBases
In der Frühzeit des Computerschachs war die Behandlung von Standardendspielen
eine der grössten Schwächen der Programme. Häufig fehlte den
Programmen das entsprechende "Wissen" für die korrekte Behandlung
der Endspiele oder die Beurteilung der Endstellung ging über den Rechenhorizont
des Rechners hinaus.
Eine grundlegende Lösung für dieses Problem war die Veröffentlichung
der Nalimov TableBases. Der russische Entwickler Eugene Nalimov entwickelte
leistungsfähige Algorithmen zur Erstellung von Endspieldatenbanken, die
in den meisten Schachprogrammen und auch im ChessBase Datenbankprogramm
zur Anwendung kommen.
Diese Endspieldatenbanken, im folgenden nur noch als TableBases bezeichnet.
enthalten vollständig ausanalysierte Endspiele. Beim Zugriff auf die Datenbanken
muss ein Schachprogramm die besten Züge nicht berechnen, sondern
kann die Informationen direkt aus der Datenbank abrufen. Zur Zeit sind in den
Endspieldatenbanken Drei-, Vier - , Fünf und etliche Sechssteiner mit sämtlichen
theoretisch möglichen Stellungen erfasst, bzw. gespeichert. Dies bedeutet,
dass ein Schachprogramm mit einer Schnittstelle zu den Endspieldatenbanken ein
Endspiel perfekt behandelt, falls die entsprechende Stellung in der Datenbank
inkl. aller Fortsetzungen gespeichert ist.
Ein Beispiel:

In diesem Sechssteiner zeigt die Fritz 11 Engine mit Zugriff auf die TableBases
folgende Information an.

Kc3 ist der beste Zug und führt bei richtiger Zugfolge zwingend nach 24
Zügen zum Matt. Absteigend werden in der Liste die schlechteren Fortsetzungen
inkl. der Anzahl der zum Matt führenden Züge angezeigt.
Die Implementierung der TableBases beschränkt sich übrigens nicht
ausschliesslich auf die Anzeige der in den Datenbanken gespeicherten Resultate.
Eine Schachengine mit Schnittstelle zu den TableBases berücksichtigt während
des Rechenvorgangs die unterschiedlichen Stellungstypen und kann die Ergebnisse
entsprechend berücksichtigen. Die Zugriffsanzeige im Enginefenster erfolgt
nur dann, wenn eine Stellung im Suchbaum auftaucht, die auch in den Tablebases
gespeichert ist. Das ist bei Stellungen mit einer geringen Anzahl von Steinen
auf dem Brett der Fall. In der Eröffnung und dichten Mittelspielstellungen
finden Sie deshalb die Information nicht im Enginefenster.Die Schachengines
zeigen zahlreichen Informationen über den Rechenvorgang und die Bewertung
einer Stellung im Enginefenster an. Beim Zugriff finden Sie dort eine Angabe
'tb=xxx'. Sie erhalten damit eine konkrete Information über die Anzahl
der Positionen, auf die während der Suche in den Endspieldatenbanken (=
Tablebases) zugegriffen wurde.

Dieses Beispiel zeigt eine Stellung sieben Figuren, diese Position ist also
nicht in den TableBases gespeichert. Während der Vorausberechnung des Programms
entstehen aber Positionen, die in den Endspieltabellen gespeichert sind. Der
Zugriff der Engine auf diese Positionen wird von der Engine wie zuvor beschrieben
angezeigt.

Diese Informationsanzeige kann sogar in einigen Mittelspieltypen vorkommen.
Falls Figurentäusche möglich sind, entsteht in der Endbewertung der
Engine bereits eine Stellung aus den TableBases. Die Engine liest jetzt die
Informationen aus den TableBases aus und berücksichtigt die in den Endspieldatenbanken
gespeicherten Werte.
Technische Grundlagen
Der Zugriff auf die TableBases ist zeitkritisch. Aus diesem Grund sollte man
die Datenbanken komplett auf die Festplatte kopieren. Der Speicherbedarf bei
einer Komplettinstalation des von uns ausgelieferten Fritz Endspielturbos
3 liegt bei 42 GB. In der Anleitung des Produktes findet man eine Anleitung,
welche Dateien bei einer chronisch überbelegten Festplatte von der Platte
aus betrieben werden sollten. Die Installation ist ebenfalls in der Anleitung
des Produktes beschrieben.
Empfehlenswert ist auf jeden Fall die übersichtliche Strukturierung der
Daten auf dem System.

In diesem Beispiel sind die Drei - und Viersteiner in dem Verzeichnis TB4 gespeichert.
Die Fünfsteiner befinden sich in dem Verzeichnis TB5 und die Sechsteiner
im Verzeichnis TB6.
Unter Fritz oder ChessBase kann man benutzerdefiniert unterschiedliche Verzeichnispfade
zu den TableBases setzen. Diese Information setzt man unter Extras - Optionen.

Damit ist das System flexibel und der Anwender hat damit die Möglichkeit,
die Endspieldatenbanken auf mehrere Partitionen in unterschiedlichen Verzeichnissen
zu verwalten.