Home

>

>Anwendertipps

>CB Light 2007

>ChessBase

>ChessBase 10

ChessBase 9.0

>Chesstiger

>Fritz

>Fritz 10

>Fritz 11

>Fritz 12

>Fritz 7

>Fritz 8

>Fritz 9

>Glossar

>Hardware/System

>MegaBase 2008

>Nimzo

>Pocket Fritz 2

>Pocket Fritz 3.0

>Pocket Fritz 4

>PocketFritz

>Rybka 3

>Rybka 4

>schach.de

>Shredder 10

>Shredder 6

>Shredder 7

>Shredder 8

>Zap!Chess

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


ChessBase 9.0

Eröffnungsrepertoire aufbauen

Ein Großteil der Veröffentlichungen im Schach bezieht sich auf die Eröffnung. Dafür gibt es einen guten Grund: das eigene Eröffnungsrepertoire muß von jedem aktiven Schachspieler konsequent gepflegt werden. Es sind unzählige Bücher und elektronische Medien erhältlich, die sich ausschließlich mit Schacheröffnungen befassen. Der Grund dafür ist einleuchtend: kein aktiver Turnierspieler kann ohne gute Eröffnungskenntnisse auskommen. Vergleicht man den Umfang der Publikationen zum Thema Eröffnungstheorie mit den Werken, die sich mit Fragen des Mittel- oder Endspiels befassen, wird klar, welche Bedeutung die Eröffnungsphase für den Schachspieler hat. Jeder halbwegs erfahrene Schachspieler verfügt über ein mehr oder weniger umfangreiches Wissen über Eröffnungen, das er aus Eröffnungsbüchern, eigenen Partien, Schachdatenbanken oder auch aus den Erkenntnissen eigener Analysen (völlig legal mit Hilfe von Schachprogrammen!) gewonnen hat.

Aufgrund des gigantischen Umfangs der Eröffnungstheorie ist es natürlich unmöglich, die gesamte Eröffnungstheorie zu kennen. Jeder Schachspieler spezialisiert sich deshalb auf bestimmte Eröffnungen, die er aktiv spielt. Die Auswahl der Eröffnungen, die ein Schachspieler anwendet, ist ein wesentliches Merkmal zur Charakterisierung seiner Spielweise. Denn mit unterschiedlichen Eröffnungen werden in der Regel verschiedene Stellungstypen herbeigeführt, welche die individuellen Fähigkeiten eines Schachspielers auf verschiedene Weise fordern. Die große Kunst der Eröffnungsvorbereitung besteht vor allem darin, Systeme auszuwählen, die die eigenen Stärken betonen und optimal zum eigenen Spielstil passen. Da Schachpartien mit Wettkampfcharakter unter begrenzter Bedenkzeit durchgeführt werden, besteht nur eingeschränkt die Möglichkeit, alle Konsequenzen möglicher Fortsetzungen präzise zu überprüfen. Diese Einschränkung besteht bei der Analyse von Eröffnungen natürlich nicht. Eine gute Kenntnis der Eröffnungstheorie ist also eine unverzichtbare Voraussetzung für die Erlangung eines gewissen Spielniveaus. Die nachstehende Ausführungen sollen dabei helfen, sich mit dem Konzept einer Repertoiredatenbank unter ChessBase vertraut zu machen.

ChessBase bietet zahlreiche Funktionen, die gezielt das Erlernen und Studium von Eröffnungen unterstützen. Eine besonders nützliche Hilfe ist die Repertoiredatenbank, die vor allem eigene Partien, Varianten und Analysen zum persönlichen Eröffnungsrepertore enthalten soll. Das Programm unterstützt mit zahlreichen nützlichen Funktionen den Aufbau einer eigenen Repertoredatenbank. Der Aufbau und die Strukturierung ist für den Anwender mit einigem Aufwand verbunden, der sich aber langfristig auf jeden Fall bezahlt macht.

Wie erzeugt man eine Repertoiredatenbank ? Legen Sie im Datenbankfenster eine neue Datenbank an, Rechtsklick auf das Datenbanksymbol startet ein kleines Kontextmenü. Setzen Sie jetzt den Schalter " Referenzdatenbank", damit das Programm "weiss", in welcher Datenbank Sie ihr Eröffnungsrepertoire verwalten.

Bevor Sie die Repertoiredatenbank aufbauen, sollten Sie sich einige Gedanken über den konzeptionellen Aufbau machen und genau überlegen, welche Varianten und Systeme Sie in die Repertoiredatenbank übernehmen möchten. Das ist mit viel Arbeit verbunden, wird sich aber langfristig bezahlt machen, da Sie ihr eigenes Repertoire viel übersichtlicher strukturieren. Betrachten wir die Vorgehensweise einmal an einem praktischen Beispiel. Ich selbst spiele als Nachziehender gegen 1.e4 gerne Französisch und die Aljechin-Verteidigung, gegen 1.d4 nach Möglichkeit Nimzoindisch. Besonders kritisch empfinde ich als Nachziehender die Abspiele der Vorstossvariante nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Sc6 5.Sf3 Db6.Wie kann man jetzt die unterschiedlichen Varianten und Systeme in der Repertoriedatenbank erfassen und verwalten? Ich selbst habe jedes Abspiel innerhalb der Datenbank als separate Partie gespeichert.

In der Partienliste sieht das wie folgt aus:

Listenansicht mit Eröffnungsbezeichnung

Wie bekommt man diesen Aufbau, bzw. die Ansicht in der Liste hin ? Zuerst gibt man im Brettfenster die entsprechende Variante bis zum Schlüsselzug ein und startet dann mit Strg-S den Dialog zum Speichern einer Partie.

Eröffnngsnamen eintragen

In das Eingabefeld für Weiß wird der Name der Eröffnung eingetragen, im Eingabefeld für Schwarz die charakteristischen Schlüsselzüge, die beim Scrollen in der Liste die Übersicht erleichtern. Wenn Sie figurine Symbole übernehmen, sieht die Liste noch eleganter und ansprechender aus. Wichtig und nützlich ist der Eintrag im Eingabefeld " Turnier". Hier habe ich mit Text gekennzeichnet, ob die eingegebene Variante für mich als Anziehender oder Nachziehender im Repertoire relevant ist.

Repertoiredatenbank erweitern

Nachdem die konzeptionellen Vorbereitungen für den Aufbau der Repertoiredatenbank erledigt sind, gibt es diverse Möglichkeiten, die Datenbank aufzubauen und zu erweitern. Interessant für die Sichtung sind die zahlreichen neuen Partien im Internet, die Sie aus ChessBase heraus mit der Funktion "Neue Partien holen "(Hilfemenü) downloaden können. Wer seine Repertoiredatenbank regelmässig pflegt und wartet, wird jetzt die neuen Partien nach Vergleichspartien für das eigene Eröffnungsrepertoire durchforsten. Das ist mit ChessBase einfach möglich. Markieren Sie die zu durchsuchende Datenbank, starten die Suchmaske und aktivieren im Dialog "Partiedaten" einfach den Schalter "Im Repertoire".

Das Programm liefert im Suchergebnisfenster alle Partien auf, die eine Stellung enthalten, die in der Repertoiredatenbank enthalten ist. Die kann man bequem sichten und prüfen, ob die Partienotation in die Repertoiredatenbank übernommen werden soll.

Ist dies der Fall, kommt man mit einem Rechtsklick auf das Schachbrett - "In Repertoiredatenbank einbauen" schnell weiter.

Mit dieser Vorgehensweise kann man sich relativ schnell zum Repertoire passende passende Eröffnungsübersichten erstellen.

Ungemein praktisch beim Sichten von neuen Datenbanken ist der Repertoirebericht ( Datei - Neu - Repertoirebericht). Das Programm prüft die neue Datenbank und generiert einen Datenbanktext mit integrierten Links zu Partien, die zu dem eigenen Eröffnungsrepertoire passen.

Diese kann man jetzt ebenfalls manuell sichten und bei Bedarf in die Repertoiredatenbank übernehmen.

Neben der automatisierten Erweiterung der Repertoiredatenbank kann man die Partien jederzeit durch eigene Analysen ergänzen und ersetzen. Wenn man selbst neue Partien in die Repertoiredatenbank einfügt, gibt es einige Möglichkeiten, mit denen man bestimmen kann, ab welchem Zug die Partie für das Repertoire relevant ist. Wenn man z.B. den Kommentar "Kritsche Eröffnungstellung" (Menü Partie -> Kommentar -> Spezialkommentar -> Kritische Eröffnungsstellung) einfügt, wird diese Kennzeichnung vom Programm für die Auswertung des Repertoires berücksichtigt.

Generell sollten Sie sich daher angewöhnen, ihre Repertoireeinträge mit dem Kommentar "Kritische Eröffnungsstellung" zu kommentieren.

Wenn Sie Partien aus neuen Datenbanken nachspielen, die Sie gerne zu Ihrem Repertoire hinzufügen möchten, können Sie per Rechtsklick auf Schachbrett - "Finde Stellung in Repertoire ...." prüfen, ob sich die Brettstellung bereits in der Repertoiredatenbank befindet. Falls ja, öffnet sich das Suchergebnisfenster und zeigt alle Partien der Repertoiredatenbank, in denen die aktuelle Brettstellung enthalten ist. Falls die Zugfolge noch nicht enthalten sein sollte und Sie diese in das Repertoire einfügen wollen, startet das Programm den Dialog zum Speichern und übernimmt auf Basis der Klassifizierung schon einmal die Eröffnungsbezeichnung, die Sie für die Anzeige innerhalb der Liste ggf.anpassen und modifizieren können.

Prinzipielle Überlegungen

Bevor man eine Variante in das Repertoire übernimmt, sollte man die Notation gründlich auf die schachliche Qualität prüfen. Es bietet sich beispielsweise an, vor allem Partien von sehr starken Spielern mit einer hohen Wertungszahl als Grundlage für die Repertoiredatenbank in Betracht zu ziehen. Ein weiteres sehr wichtiges Kriterium ist die Aktualität der Daten. Bei dem Partienmaterial sollte man vor allem in scharfen, forcierten Systemen auf die Aktualität der Daten achten. Eine hervorragende Unterstützung beim Durchgehen, Prüfen und Analysieren der einzelnen Varianten bieten die diversen Schachengines, die man im Hintergrund mitrechnen lassen kann. Der konsequente Einsatz einer starken Schachengine bietet die Garantie, dass im Repertoire keine groben taktischen Schnitzer enthalten sind. Schaltet man in einem zusätzlichen Fenster noch ein gut strukturiertes Eröffnungsbuch mit den eingebetteten Statistiken hinzu, bekommt man Information pur, während man das Repertoire bearbeitet oder studiert.

ChessBase 9 ermöglicht nicht nur die Kommentierung mit Varianten und Text. Nutzen Sie die erweiterten Kommentierungsoptionen, z.B. farbige Pfeile und Felder, um eigene Ideen noch transparenter zu illustrieren.

Um die dichten Partienotationen des Repertoires übersichtlicher zu gestalten, sollte man die Repertoireübersichten beschneiden. Ab welchem Punkt man die Notation beschneiden sollte, muss vom Anwender selbst entschieden werden. Besonders gut geeignet für die Bearbeitung des Repertoires ist die Tabellenotation, die man mit einem Klick auf den Schalter Tabelle über der Notation einstellen kann.

Wenn man in der Tabelle einen Zug anklickt, wird im unteren Fensterbereich der Rest der Partie mit den passenden Varianten ausgeführt. Sie müssen selbst entscheiden, ab welchem Punkt die Notation jetzt beschnitten werden soll.

Eine gepflegte Repertoiredatenbank bietet dem Anwender jederzeit einen guten Überblick über sein persönliches Eröffnungsrepertoire. Bekommt man neue Partiendatenbanken, sollte man diese umgehend auf zum Repertoire passenden neue Partien und Neuerungen überprüfen und ggf. in die Repertoiredatenbank integrieren.

Eine nützliche Anwendung in Kombination mit der Repertoiredatenbank ist das Einfügen von Trainingsfragen an kritischen Abschnitten einer Eröffnungsvariante. Legen Sie dazu eine separate Trainingsdatenbank für das Eröffnungstraining an und speichern Sie dort die Eröffnungsvarianten mit den eingebetteten Trainingsfragen ab. Wenn Sie regelmässig diese Datenbank durcharbeiten, ist dies eine sinnvolle Unterstützung für das häusliche Eröffnungstraining.

Bei der Arbeit mit der Repertoiredatenbank ist die Trainingsansicht ebenfalls sehr nützlich. Im Brettfenster findet man den Reiter Training oberhalb der Notation. Damit blendet man die Anzeige aller Züge und Varianten einer Partie aus, es wird lediglich der zuletzt gespielte Zug angezeigt. Man kann in diesem Modus versuchen, den in der Partie gespielten Zug selbständig zu finden. Damit wird der Anwender gezwungen, sich intensiver mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Der Lerneffekt beim Variantenstudium ist mit diesem Verfahren deutlich besser.

Die Repertoiredatenbank leistet nicht nur exzellente Dienste als Arbeitsgrundlage am Computer. Extrem nützlich ist die Option, sich ausgewählte Repertoireübersichten auf Papier auszudrucken.

Der Repertoireausdruck stellt die Eröffnungsvarianten in Form von Tabellen dar, was wesentlich übersichtlicher als der Ausdruck dicht kommentierter Notationen ist. Damit bekommt man eine gute Trainingsgrundlage für das Eröffnungstraining, wenn gerade kein Computer zur Verfügung steht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fritz 11