Tipps für Einsteiger zur Sicherheit im Internet
Viele Benutzer des Fritz-Schachservers machen sich Sorgen, ob das Spielen auf
dem Fritz7-Server sicher ist. Kann man sich beim Spielen auf dem Server Viren
einfangen oder besteht gar die Möglichkeit, daß vertrauliche Daten
ausgespäht werden ?
Sobald Sie mit Ihrem Rechner ins Internet gehen, müssen Sie sich darüber
im Klaren sein, dass Sie sich in einem riesigen Netzwerk bewegen und potentiell
mit vielen Millionen anderen Rechnern verbunden werden können, z.B. dem
Fritz-Server. Sie können selbst viele fremde Rechner erreichen, im umgekehrten
Fall auch kontaktiert werden. Das entspricht der Philiosophie des Internets.
Es ist offen und die individuellen Möglichkeiten sollen so wenig wie nur
irgendwie möglich eingeschränkt werden. Aus diesem Grund muss der
Anwender die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen an seinem Rechner selbst
vornehmen. Zahlreichen Anfragen in unserem Support unterstreichen, daß
in diesem Bereich erheblicher Informationsbedarf besteht. In dem folgenden Grundlagenartikel,
der sich vor allem an Neulinge im Internet richtet, möchten wir Ihnen die
wichtigsten Grundlagen und Verhaltensregeln vorstellen, damit Sie sich relativ
sicher im Netz bewegen können und vor unangenehmen Überraschungen
verschont bleiben.
Firewall installieren
Eine Firewall soll verhindern, dass Dritte über das Internet mittels
eines Programms auf den Rechner zugreifen können. Die Verbreitung von
Trojanern, also Programmen, mit denen Dritte die Kontrolle über Ihren
Rechner übernehmen wollen, hat stark zugenommen. Eine Firewall soll dies
unterbinden. Mit Hilfe der Firewall kann man festlegen, welche Programme vom
eigenen Rechner aus auf das Internet zugreifen dürfen. Z.B. können
Sie festlegen, dass Fritz 7 mit dem Schachserver verbunden wird. Der Hauptzweck
der reinen Softwarelösungen besteht also in erster Linie darin, die Weiterleitung
von Daten an Dritte zu unterbinden. Generell unterscheidet man zwischen reinen
Softwarelösungen (Desktopfirewalls) und hardwarebasierten Lösungen.
Für den Einstieg wird es auf eine softwarebasierte Lösung hinauslaufen.
Sehr zu empfehlen ist die Software Zonealarm,
die eine einsteigerfreundliche Bedienung bietet und zudem für den Privatanwender
kostenlos ist. Das Programm läuft unter allen gängigen Windows-Versionen
ab Win 95.
Einstellungen des Browsers überprüfen
Mit Hilfe des Browsers kann man im Web sich die einzelnen Seiten anzeigen
lassen. Der Browser stellt qusi einen Interpreter dar, der die HTML-Seiten
übersetzt und Bilder oder Schriften darstellen kann. Den grössten
Verbreitungsgrad hat der Internet Explorer, es gibt aber auch Alternativen
wie z.B. Netscape oder Opera. Die Grundeinstellungen der Browser
in Pkto. Websicherheit sind nicht optimal, der Anwender muß also selbst
die Konfiguration übernehmen und potentielle Gefahrenquellen ausgrenzen.
Die entsprechenden Einstellungen kann man im Internet Explorer auch "offline"
vornehmen. Sie befinden sich unter dem Menüpunkt Extras - Internetoptionen.
In dem Dialogfenster Internetoptionen befindet sich der aussagekräftige
Reiter "Sicherheit". Wählen Sie jetzt die kleine Weltkugel
mit der Bezeichnung "Internet" aus und dann geht`s über
den Button "Stufe anpassen" zu dem Dialog "Sicherheitseinstellungen".
Die nachstehend beschriebenen Einstellungen sind mit dem Schwerpunkt auf
relativ hohe Sicherheit beim Surfen ausgewählt. Sollten bestimmte Seiten
nicht angezeigt werden, wählen Sie ggf. im zuvor beschriebenen Dialog
"Sicherheit" die Einstellung "Standardstufe".
Einstellungen ActiveX ?
Viele Websites enthalten aktive Inhalte wie Java oder ActiveX.
Die Elemente sind in den Webseiten integriert und können gefährlichen
Programmcode enthalten. Sie sollten diese Elemente grundsätzlich in den
Einstellungen des Browsers deaktivieren.
Einstellungen Cookies
Als Cookies bezeichnet man Textdateien, die automatisch auf dem Rechner gespeichert
werden. Betreiber von Webseiten können sich anhand der Dateien über
Ihr Surfverhalten informieren. Wenn Sie diese Informationen unterbinden wollen,
sollten Sie die Funktion deaktivieren. Viele Onlineshops speichern die Infos
über den virtuellen "Warenkorb" in den Cookies, bis die endgültige
Bestellung abgeschickt wird. Wenn Sie online einkaufen wollen, sollten Sie
die Funktion aktivieren.
Einstellungen Java und Scripting
Java und Active Scripting führen in der Webseite integrierte Programme
aus. Ein typisches Beispiel sind z.B. die nachspielbaren Schachnotationen
auf Webseiten, die Sie mit ChessBase 8 generieren können. Wenn Sie diese
Elemente abschalten, ist das Sufen zwar sicherer, allerdings müssen Sie
damit rechnen, dass beim Surfen viele Seiten nicht fehlerfrei dargestellt
werden. Hier müssen Sie ggf. bei manchen Seiten ihre Einstellungen etwas
"lockern".
Fazit: Mit der individuellen Konfiguration des Browsers kann man also
einige Sicherheitslücken stopfen und potentielle Gefahrenquellen ausschliessen.
Achten Sie darauf, dass Sie stets die aktuellste Version Ihres Browsers einsetzen.
Die Entwicklung verläuft sehr dynamisch. Sobald ein Sicherheitsloch gestopft
wurde, kommt schon ein neues Problem auf. Entsprechende Informationen und
Updates finden Sie auf den Webseiten der Hersteller.
Einstellungen des Mail-Clients
Mit Hilfe von Mailprogrammen kann man Texte und Dateien über das Netz
versenden und empfangen. Die Texte werden häufig nicht mehr im reinen
Textformat, sondern im HTML-Format übertragen. Der Text sieht dann zwar
besser aus, aber bietet auch Raum für Sicherheitslücken. Die Mailprogramme
kann man ebenfalls individuell konfigurieren. Besonders häufig genutzt
wird das Programm Outlook Express, das bereits im Lieferumfang des
Internet Explorers enthalten ist. Folgende Einstellungen sind beim Einsatz
von Outlook Express empfehlenswert:
Vorschaufenster deaktivieren
Unter dem Menüpunkt Ansicht - Layout können Sie die Vorschaufunktion
des Mailprogramms deaktivieren und beseitigen damit eine weitere Sicherheitslücke.
Durch die Vorschau auf eine empfangene E-Mail im HTML-Format können potentielle
Viren direkt aktiviert werden. Mit der Deaktivierung des Vorschaufensters
gehen Sie dieser potentiellen Gefahrenquelle direkt aus dem Weg.
HTML in Mails deaktivieren
Im reinen Textformat können keine Viren integriert werden. Aus diesem
Grund bietet es sich an, unter Extras - Optionen - Senden diese Einstellung
zu ändern.

Wählen Sie für die Darstellung reinen Text aus, wird zukünftig
HTML in Mails unterdrückt und das System ist wieder etwas sicherer.
Sicherheit
Unter Extras - Optionen - Sicherheit existiert eine weitere, wichtige
Option. Stellen Sie dort unter "Sicherheitszonen" die Option
"Zone für eingeschränkte Sites" aus. Wurde die
Einstellung bereits beim Internet Explorer vorgenommen, wird sie bei Outlook
Express übernommen.
Fazit: Mail-Programme sind ungemein nützlich. Sie können
die potentiellen Gefahren mit entsprechender Konfiguration erheblich reduzieren.
Achten Sie wie bei den Browsern darauf, dass Sie immer eine aktuelle Version
des Mail-Clients einsetzen
Virenscanner
Bei Computerviren handelt es sich um schädliche Programme, die vom Anwender
erst dann bemerkt werden, wenn sie einen Schaden auf dem System verursacht
haben. Ein Virenscanner ist für jeden PC-Anwender Pflicht. Eine für
Privatanwender sehr gute Wahl ist der Scanner "AntiVir Special Edition".

Das Programm arbeitet sehr zuverlässig, ist einfach bedienbar und für
den Privatgebrauch kostenlos. Der Hersteller bietet regelmässig die neuesten
Signaturen via Internetupdate an. Man kann die Aktualisierung direkt aus dem
Programm heraus starten und ist damit gegen aktuelle Viren gut geschützt.
Download Antivir
Defensiv ins Netz gehen
Vieles im Internet spielt sich weitgehend anonym ab. Das lässt bei vielen
Anwender die Hemmschwellen im Miteinander deutlich sinken. Aus diesem Grund
sollte man Vorsicht walten lassen und einige Verhaltensregeln beachten, die
vor Ärger und unangenehmen Überraschungen schützen.
- Beim Download von Dateien und Programmen sollten Sie immer vorsichtig sein.
Laden Sie Programme immer von den Seiten des Herstellers und prüfen Sie
die Downloads immer auf potentielle Viren oder Trojaner-Programme. Es versteht
sich von selbst, dass die Virenscanner und Signaturen immer auf dem aktuellen
Stand sein müssen.
- Ein grosses Risiko stellen Dateien dar, die an E-Mails angefügt wurden.
Öffnen Sie niemals solche "Anhängsel", ohne sie vorher
mit einem aktuellen Virenscanner zu überprüfen. Hinweis:
auch vermeintliche Text- oder Grafikdateien sollte man vorher scannen.
- Wenn Sie häufig in Newsgroups posten oder in Chaträumen aktiv
sind: Geben Sie nie Ihren Namen und die Postanschrift preis. Man weiss letztendlich
nie, mit wem man es zu tun hat. Empfehlenswert ist eine zweite Mailanschrift.
Wenn Sie in Chatforen oder Newsgroups ihre Hauptadresse angeben, können
Sie sicher sein, dass Ihr Mailaccount mit Werbung zugemüllt wird. Kostenlose
Mailadressen bekommen Sie bei vielen Anbietern, z.B. unter www.yahoo.de
oder www.email.com. Auf Werbemails (Spam)
sollten Sie prinzipiell nie reagieren. Die Teilnahme an Gewinnspielen im Internet
ist ebenfalls wenig ratsam. Viele Firmen treiben einen schwunghaften Handel
mit Mailadressen, ein Hauptgrund für die Durchführung solcher Aktionen.
Fazit: Wer häufig das Internet benutzt, muss selbst dafür
Sorge tragen, dass es keine bösen Überraschungen gibt. Unser Grundlagenartikel
ist vor allem für Einsteiger gedacht. Vertiefende Informationen, Tools
und Tipps finden Sie auf den Seiten des Bundesamtes
für Sicherheit in der Informationstechnik.