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Russisches Superfinale: Fünf Mal 1-0
Die neunte Runde des Superfinales zur russischen Meisterschaft geriet zum Triumph
für Weiß. Fünf Partien gewannen die Weißen, einmal konnte
Schwarz Remis halten. Ein Opfer dieser weißen Offensive wurde auch Peter
Svidler. Bereits die Eröffnung lief schlecht für ihn und nach 19 Zügen
holte sich Timofeev mit einem Turmopfer den Sieg. Ob Weiß oder Schwarz
- Alexander Morozevich spielt mit beiden Farben interessant und inhaltsreich.
Auch gegen A. Riazantsev kam es zu einer Partie mit interessanten taktischen
Komplikationen, in denen Morozevich schließlich das bessere Ende für
sich hatte. Nach neun Runden führen E. Alekseev und A. Timofeev mit jeweils
sechs Punkten die Tabelle an.
Turnierseite...
Ergebnisse, Tabelle, Partien...
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Auf der Suche nach der Wahrheit
Schachweltmeister Kramnik, sein Herausforderer Leko und deren Sekundanten sind während der Weltmeisterschaft im Hotel Ascona untergebracht, gleich unterhalb eines Hügels, der den bezeichnenden Namen Monte Veritá, Berg der Wahrheit, trägt. Vielleicht hilft ihnen ja die Aura des Ortes, die Wahrheit dort zu finden, wo sie sie suchen, auf 64 Feldern. Vor 100 Jahren versuchten andere Wahrheitssuchende hier, ihrem Leben im Einklang mit der Natur einen neuen Sinn zu geben. Auf ihrer Fahrt vom Hotel zum Spielort im Centro Dannemann können die Schachheroen zudem einen Blick auf einen weiteren legendären Ort am Lago Maggiore werfen: auf die Brissgo Inseln. Die mit ihnen verbundenen Geschichten und Bilder sind allerdings überhaupt nicht geeignet, sich auf Schach zu konzentrieren.
Vom Monte Verita zu den Brissago Inseln...
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Alan Turing
Vielleicht war Alan Turing einer der größten Mathematiker, die England je hervor gebracht hat, auf jeden Fall der Wichtigste. Mit seiner Arbeit im streng geheimen Projekt "Ultra" rettete er die Engländer vor der Niederlage zu Beginn des Zweiten Weltkrieg und half später den Krieg zu verkürzen. Er baute den ersten programmierbaren Computer der Welt und programmierte das erste Schachprogramm, die Turing- Engine. Wegen seiner Homosexualität von den englischen Behörden nach dem Krieg als Sicherheitsrisiko angesehen, mit Nachstellungen und Prozessen konfrontiert, setzte er seinem wenig märchenhaften Leben heute vor 50 Jahren, am 7.Juni 1954, wenigstens ein solches Ende. Er aß einen vergifteten Apfel.
Die goldene Gans, die niemals schnattert...
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Wer war Martin Beheim-Schwarzbach?
Martin Beheim-Schwarzbach, am 27. April 1900 in London geboren, wuchs im
Hamburger Stadtteil Harvestehude auf. Er arbeitete als Filmjournalist, freier
Schriftsteller und Übersetzter, bevor er nach London emigrierte. Als starker
Schachspieler lernt er dort im London Chess Club die englischen Spitzenspieler,
darunter C.H.O.D. Alexander, kennen. 1946 kehrte er zunächst als "Controller" nach Hamburg zurück. Neben seiner
Tätigkeit als Journalist und Redakteur verfasste er zahlreiche Romane,
Erzählungen und Biografien und wird mehrfach ausgezeichnet. Zu seinen
Brieffreunden zählte Thomas Mann. Am 7. Mai 1985 starb Martin Beheim-Schwarzbach
in Hamburg. Obwohl er ein großes schriftstellerisches Werk hinterließ, ist sein
Name heute fast vergessen. Unter Schachfreunden ist jedoch eines seiner Bücher
bestens bekannt. Das von Beheim-Schwarzbach verfasste "Knaurs Schachbuch" ist
das meist übersetzte Schachbuch der Welt. Dessen leichter und erzählerischer
Zugang zum Schach war u.a Vorbild für Helmut Pfleger. Matthias
und Kati Biermann-Ratjen erinnern an einen großen Menschen, Schriftsteller und
Schachspieler.
"Einige Herzige Reimchen", gelesen von Martin Beheim-Schwarzbach...
Martin Beheim-Schwarzbach...
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Die 23.Partie
Vor wenigen Tagen, am 19.Februar 2004, feierte David Bronstein seinen 80sten Geburtstag. Einer der wichtigsten Tage in seiner Schachkarriere war der 8.März 1951. Als Bronstein auf der Bühne der Tschaikovsky Konzerthalle in Moskau zur 23.Partie des Weltmeisterschaftskampf gegen Botvinnik Platz nahm, führte er bei noch zwei ausstehenden Partien mit 11,5:10,5. Zwei Remis hätten gereicht und er wäre der neue Weltmeister gewesen. Doch er schaffte es nicht. Seitdem geht das auch von Bronstein genährte Gerücht, er hätte zu Gunsten von Botvinnik zurücktreten müssen und absichtlich verloren.
Schach- und Zeitgeschichte: Die 23.Partie...
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Phänomen Kortschnoj
Bei der Internationalen Offen Stadtmeisterschaft von Wien nimmt mit Viktor
Kortschnoj eine der ganz großen Persönlichkeiten und Schachidole teil. Nach
sechs Runden liegt er zusammen mit sieben weiteren Spielern mit 5 Punkten an der
Spitze. Schach lernte der heute 72-jährige als Junge im von den Deutschen
eingeschlossenen Leningrad. Ein Brett besaß er nicht. Er spielte die Züge und
Varianten seines einzigen Schachbuches im Kopf durch. Es folgte eine über 60
Jahre andauernde Erfolgsgeschichte mit vielen Höhe- und Wendepunkten, z.B. dem
legendären WM-Kampf 1978 in Baguio City gegen Anatoly Karpov. Wer Kortschnoj
lesen und von ihm lernen will, dem seien seine bei
Edition Olms erschienen Bücher empfohlen.
Bücher kaufen, z.B. bei Schach Niggemann...
Phänomen Kortschnoj...
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Wilhelm Heinse und das Anastasia-Matt
Viele Musterwendungen im Schach sind mit Geschichten und Personen verbunden, wie
z.B. das Dilaram-Matt oder das Seekadetten-Matt. An manchen hängt gleich ein
ganzer Roman. Gestern vor 200 Jahren starb
Wilhelm Heinse, nach dessen Werk "Anastasia und das Schachspiel. Briefe
aus Italien vom Verfasser des Ardinghello" das Anastasia-Matt benannt ist (Weiß:
Kg1, Tc5, Th5, Sd5; Schwarz: Kg8, Tf8, h7, g7, f7; 1.Se7+ Kh8 2. Txh7+ Kxh7
3.Th5#). Das Jahr 2003 wird in den drei eng mit Heinses Leben verbundenen
Städten
Langewiesen, Mainz und Aschaffenburg als Heinse-Jahr gefeiert werden. Gerald
Schendel berichtet.
Über Wilhelm Heinse...
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Granda Zuninga gewinnt Capablanca Memorial
Der peruanische Großmeister Granda Zuninga gewann das 38. Capablanca Memorial in
Havanna vor dem jungen kubanischen GM Lazaro Bruzon. Florian Handke erreichte
als einziger deutscher Teilnehmer im Premier II-Turnier den fünften Platz. Auch
in Zeiten wirtschaftlicher Not geht es dem kubanischen Schachverband finanziell
gut. Die kubanische Schachtradition reicht weit zurück und in Weltmeister
Capablanca besitzt das kubanische Schach ein strahlendes Idol, mit Che Guevare
hatte es einen einflussreichen Mentor.
Turnierseite Capablanca Memorial...
Kuba, Schach, Che...
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Schachboom in Indien
Obwohl aus Indien stammend erreichte das Spiel in seinem Heimatland niemals die
Bedeutung, die es verdiente. Erst durch die Briten erlangte das Spiel im
19.Jahrhundert größere Popularität in seinem Ursprungsland. Heute ist Anand der große Star und viele talentierte Nachwuchsspieler sorgen für einen Schachboom
in Indien. Das Presse Informations-Büro der indischen Regierung gibt auf seiner
Webseite einen Überblick über die Entwicklung im indischen Schach. Doch schon
lange vor Anand gab es einen großen indischen Megastar im Schach: Sultan Khan. Er erschien 1929 urplötzlich auf der internationalen Schachbühne und verschwand nur vier Jahre später spurlos.
"Big Boom in Brain Game" (PIB-India)...
Mehr über Sultan Khan...
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Der erste Schachcomputer war keiner
Die letzten zwei Wochen saß Kasparov in New York dem Computer Deep
Junior gegenüber und versuchte zu beweisen, dass menschliche Intelligenz mit
künstlicher mithalten kann. Die Idee eines Wettstreits zwischen dem besten
Schachspieler und einem Automaten ist keineswegs neu und stammt auch nicht aus
diesem Jahrhundert. Der erste Wettkampf dieser Art fand schon im Sommer des
Jahres 1783 im Pariser Café de la Régence statt. Der eingesetzte Schachautomat
war eines der erstaunlichsten Wunderwerke der damaligen Zeit. Seine Existenz und
sein genialer Erfinder inspirierten weitere technische Entwicklungen wie
automatisierte Webstühle und das Telefon. Einziges Manko einer faszinierenden
Geschichte, in der u.a. Kaiserin Maria Theresia, Napoleon Bonaparte, Benjamin
Franklin, Philidor, Ludwig van Beethoven, Charles Babbage und Edgar Allan Poe eine Rolle spielen:
Die Sache war getürkt.
Von Kempelens Schachtürke...
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