|
Braucht Deutschland einen Schachhelden?
Angeregt durch Joachim Neanders Beitrag in der Rochade (Nr. 8, August
2000, S,4) haben wir gefragt:
Was denken Sie?
Fehlt es dem deutschen Schach an einem Helden, wie es z.B. Boris Becker
und Steffi Graf es für Tennis waren?
Kann Schach überhaupt jemals ein Publikumssport werden oder wird es immer
"nur" ein Thema für eine interessierte Minderheit sein?
Sind die deutschen Sportjournalisten zu unqualifiziert, um über Schach
berichten zu können?
Wird über Schach in den Massenmedien (Fernsehen, Tageszeitungen) tatsächlich
zu wenig berichtet?
Können populäre Schachprogramme wie Fritz einen Beitrag zur Verbreitung
des Schachspiels leisten?
Senden Sie Ihre Meinung an:
andreschulz@chessbase.com
Unter allen Zusendungen verlosen wir fünf
Nimzo 8- Programme (Nimzo 8 kommt in ca. drei Wochen).
Dazu gibt es bisher folgende sehr interessante Meinungen:
Ich danke allen Teilnehmern
für Ihre kompetenten Beiträge. Andre Schulz
Oliver Böler
Ich bin als Schach-Trainer fuer Kinder
bis zu zehn Jahren in meinem Wohnort taetig. Ich sehe immer wieder Eltern
die ihre Zöglinge bei mir abgeben und so versuchen ihren Kindern andere
Richtungen zu zeigen als nur auf der Strasse abzuhängen. Ich finde, dass
besonders die kleinen Kinder sehr aufmerksam sind und nach einiger Zeit
ihren Schachidolen versuchen nach zu eifern. ...
Mehr...
M.Mikusky
Ich bin der Meinung, daß Schach nie an
Popularität verlieren wird, sondern nur dazu gewinnen kann! ...
Mehr...
Peter Obermair
Schach wird einerseits immer der Interessensmittelpunkt einer Minderheit
sein, dennoch werden die neuen Medien zu einer weiteren Popularisierung
beitragen. Turniere die zwischen starken Computerprogrammen und bekannten
"Schachgrößen" (- allen voran natürlich der Weltmeister) ausgetragen
werden, finden größtes Publikumsinteresse!
Die größte PR bzw. den beachtlichsten finanziellen Erfolg wird jenes
Schachprogramm erhalten, das über den amtierenden Weltmeister triumphiert!
Dennis Peter
Wir haben doch einen, nur leider haben ihn schon alle vergessen!
GUSTAV PETER. Er hat sich bedeutend dafür eingesetzt, Schach wieder zu
einer olympischen Disziplin zu machen, nachdem Adolf Hitler diese, kurz
vor Beginn der Olympiade 1936, mit der Begründung, es seie keine Sportart,
absetzte. Ich hoffe sehr, dass dem Mitgründer des Godesberger Schachclubs
in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Auch Verstorbene haben so
etwas verdient.
rg
Jede Sportart braucht Helden.
... auch der deutsche Schachsport! ...
Mehr...
Mihaly Berkics (Ungarn)
Nur ein Gedanke zu Ihre Umfrage: Alle Laender brauchen Helden, und diese
Helden koennen auch Schachspieler sein. Aber um ein Schachheld zu sein,
man muss nicht nur Schach spielen, sondern auch ein Held werden. Eine
Spielstaerke ueber 2700 ist nicht genuegend - Charakter ist ebenfalls
notwendig.
Dietmar Kempf
Ich bin der Meinung das wird dringend nötig. Wir (Hobby)-Schachspieler
bekommen viel zu wenig Aufmerksamkeit geboten, im TV ist alle Jubeljahre
mal auf dem WDR eine Schachnacht. Vor nicht all zu langer Zeit war mal
eine Schachsendung auf dem Sender EUROSPORT angesetzt 1x wöchentlich.
Hatte mich sehr darüber gefreut, aber die Freude war von nicht all zu
langer Dauer, nach 3 Sendungen wurde diese abgesetzt. Einfach nur traurig.
Thorsten Gragert
Ein "Held" wäre wünschenswert, weil er unseren Sport in
die Medien bringen würde. ... Da wir einen absoluten Reißer in Deutschland
momentan nicht haben, mache ich folgenden Vorschlag: Setzt Euch ( Team
ChessBase + Team WDR + Team Zeitschrift Schach + Team Europa Rochade )
an einen Tisch und organisiert im Fernsehen einen Schachabend mit einer
kommentierten Schnellpartie zweier deutscher Großmeister und einem anschließenden
Diskussionsforum "Grenzbereich"...
Mehr...
Volker Kelch
Hallo, wiejeder Sportart, würde auch dem Schach ein deutscher Superstar
einen gehörigen Auftrieb geben. Wer hat sich denn in Deutschland für Tennis
interessiert, bevor Boris Becker die Szene betrat? Seinerzeit hat ja schon
Robert Hübner beim Kanditatenturnier für Aufsehen gesorgt!
Dr. Heinrich Köchel
... Zur stärkeren Verbreitung von Schach gehört m.E. seine Eingliederung
in den Schulunterricht. Warum sind die Russen so erfolgreich im Schach?
Vor allem deswegen....
Mehr...
Daniel Stelmach
... Wenn es gelingt den Darstellungscharakter vom Schachspieler weg
vom "komischen Kauz" hin zu einem Helden (wie M.Jordan) zu wandeln,
dann entwickelt sich vieles von allein weiter; sprich mehr Schachspieler
(auch in Deutschland).
Mehr...
mlmagull
... Solange bleibt wohl nur das Internet und Schachzeitschriften.
Ich kann mir aber vorstellen , wenn ein Sender das zur vernünftigen Zeit
senden würde, interessant moderiert und ein Deutscher um den Titel kämpft,
dann vielleicht wird es so ein Erfolg wie beim Tennis. (Hoffe ich, denn
die Hoffnung stirbt zuletzt) Doch es wird wohl ein Traum bleiben.
Mehr...
Vinenzo Giacopelli
... Um einen Schachchampion zu bekommen ist es wichtig in Deutschland
diese alten ziellosen Strukturen abzuaendern. Desweiteren muessen wir
die Unterstuetzung der Talente ausbauen. D.h. endlich mal Bedingungen
schaffen die es auch den Trainern ermoeglicht davon zu leben. Es ist geradezu
laecherlich wie die Vereine in Deutschland aufgebaut und organisiert sind.
...
Mehr...
Lars Bremer
Schach ist so populär, wie es zu sein verdient. Ich finde die derzeitige
Situation völlig akzeptabel, es gibt sehr viele Vereine, die Turniere
kann man live im Internet verfolgen etc. Ja, man kann live zusehen, wie
schöne Partien entstehen. Aus welchem Land die dafür verantwortlichen
Spieler stammen, ist völlig nebensächlich.
Ingo Riesen
Jeder kann etwas ... beitragen: Neue Mitglieder für den Verein finden,
bei Turnieren (mit Startgeld) teilnehmen oder einfach nur Schachbücher
oder Schachprogramme kaufen. Deutschland braucht also möglichst viele
kleine Schachhelden.
Mehr...
Timm Gatter
... Sinnvoll wie notwendig wäre eine vernünftige PR- und Pressearbeit
der Verbände und Vereine in Schach und Sport, um das Spiel (!) aus der
pseudo-intellektuellen Ecke von Kind an (Nintendo) über Schule, Ausbildung,
Studium und auch Managementtrainung Allgemeingut werden zu lassen....
Mehr...
RP
Welcher junge Mensch würde sich denn mit dem Image eines Schachspielers
identifizieren wollen, ausser einer Institution wie eine Bank, die geistiges
Souverän rüberbringen möchte. Deshalb sollte das Schach, das bleiben,
was es schon immer war, eine schöne Sache, die nur einer begnadeten Minderheit
vorbehalten ist.
Martin Bauer
Was man im TV aus Schach alles machen kann, zeigen Helmut Pfleger
und Co im WDR immer wieder eindrucksvoll. Egal ob Der Fernsehschachpreis
oder Turnierberichte, die Sendung verfolge ich immer wieder gerne. Sie
versucht meines Erachtens auch dem Schachlaien das Geschehen nahe zu bringen.
Mehr...
M.Eberts
Schach gehört zu den interessantesten Sportarten überhaupt. Nur leider
findet es in der heutigen Medienwelt keinen Platz. ...
Mehr...
Thomas Lemanczyk
... Solange "ein Held sein" bedeutet, daß man außerordentlich
viel Geld verdient, wie es z.B. ein Boris Becker tut, werden die um die
Zukunft ihrer Kinder besorgten Eltern diese nicht in einen Schachklub
sondern in einen Tennisklub stecken....
Mehr...
Frank Jarchov
Ja, Deutschland braucht einen Schachhelden !!!!! Nur, er muss spektakulär
schachspielen können und in der Medienwelt den Durchbruch schaffen !!!!!
Bei Harald Schmidt wirkt E. Pätz dafür wach genug ...
Mehr...
Jürgen Siebert
Vielleicht sollte es mal auch mal eine Sendung geben , wie Sportschau
Fritz Schachschau , vielleicht wird dadurch auch Schach populärer . Ihr
von Chessbase müßt da mal was Organisieren .
Hans Wiechert
... im Schach ist es wie ganz allgemein im Sport: Die Tendenz zum Spitzensport
ist in Deutschland eindeutig rückläufig, siehe aktueller Olympia-Medaillenspiegel.
Mehr...
Thomas Plaschke
... Schach eignet sich nicht als Volkssport, weil es nicht populär
und nicht medienwirksam genug ist! ...
Mehr..
Stefan Porm
... Ebenso wenig wie ein Jazzmusiker will, daß seine Musik "Massenmusik"
wird so will auch der Schachspieler nicht, daß seine Leidenschaft zum
Massensport herabgesetzt wird....
Mehr...
Siegfried Rittweger
Ich finde, daß Deutschland sehr wohl einen Schachhelden vertragen kann,
bzw. gebraucht, damit der Schachsport noch populärer wird.
Mazeyar E. Makoui
Ich glaube es fehlt wieder ein Bobby Fischer, der dem Schach mpulse
gibt und die Medien begeistern kann.
Stefan Marth
... Schach wird nie so einen Stellenwert wie Fußball erreichen,
aber man kann es oeffentlicher machen!
Mehr...
Juergen Delitzsch
... Man denke an den Boom den Jan Timman seiner Zeit in Holland auslöste.
Nur so könnte in Deutschland die Entwicklung des Schachspiels in Richtung
Breitensport vorangetrieben werden. ...
Mehr...
GM Gerald Hertneck
Man sollte nicht vergessen, dass der erwünschte deutsche Weltklassespieler
in unserem Land alles andere als optimale Startbedingungen hat ...
Mehr...
Hendrik Brunn
... Man sollte nicht nur feststellen, dass das Internet unsere Nische
ist, wir sollten stets versuchen auf andere zuzugehen...
Mehr...
Steffen Zasada
... Das generelle Problem für diesen Helden ist, daß seine Taten aber
auch an die Öffentlichkeit gelangen muß.
Mehr...
Dieter Seekircher
Schach wird sicher kein Massensport werden...
Mehr....
Mario Schröder
... Deutschland hat viele Schachhelden. Sie sind im jedem
Schachverein zu bestaunen. ...
Mehr...
Martin Bruell
...Ich denke das generelle Problem hierbei ist, dass die Top Ten
unter sich bleibt. ...
Mehr...
Frank Chlechowitz
... Ich bezweifle, dass Schach Publikumssport werden kann. Dafür
ist das Spiel für den Laien einfach zu kompliziert und medienmäßig gesehen
zu langatmig. Aber Schach hat durchaus die Möglichkeit - Internetsportart
Nr.1 zu werden. ...
Mehr...
Thomas Matheis
... Den einzigen wahren Boom erlebt Schach wohl derzeit nur im
Internet. ...
Mehr...
Ingram H. Braun
... Ich verstehe es nicht, daß in wirtschaftlich desolaten Ländern ein
Capablanca-Memorial, ein Keres-Memorial etc. stattfinden können, in Deutschland
aber weder ein Anderssen-Memorial noch ein Tarrasch-Memorial und vor allen
Dingen kein Lasker-Memorial ausgerichtet wird. ...
Mehr...
F. Diemel
... Schach wird nie ein Publikumssport werden...
Mehr...
Ben Kriechel
... Wir bräuchten ein junges Gesicht mit möglichst viel Erfolg
... Die Berichterstattung vom (TV) WDR finde ich vorbildlich, allerdings
ist dies IMMER zu schlechten Sendezeiten und es ist schwierig diese herauszufinden....
Mehr...
Helmut Conrady
... täte Deutschland sicher ein Spieler mit 2700+ gut. So heißt es
immer noch, der beste deutsche Spieler war Emanuel Lasker....
Mehr...
Bernd
... Unsere Welt ist zu schnelllebig
für das "behäbige" Schach. Die Masse von heute benutzt lieber
Körper und Bauch als Hirn....
Mehr...
Reinhard Kruse
... Schach ist sehr gut als "Internet-Sportart Nr. 1"
geeignet und hierin sehe ich eine Chance in der Zukunft Schach populär
zu machen! ...
Mehr...
D.Engelbrecht
... Ohne Fritz wäre es ziemlich dunkel. ...
Mehr...
Hartmut Hering
... Natürlich kann Schach ein Publikumssport werden. Wir haben durch
die Verkabelung jede Menge Kanäle für so etwas. Deutsches Sportfernsehen
und Eurosport berichten ja auch über andere, nicht gerade populäre Sportarten,
wie z.B. Billard, Golf, etc....
Mehr...
Sven Rettieck
... Als passionierter Vereinsspieler bin
ich enttäuscht, dass das Fernsehen und andere ausserschachliche Medien
sich nicht mehr mit unserem Lieblingssport befassen. ...
Mehr...
Günter Schütt
... Ohne Idole nichts los !! ...
Mehr...
Dieter E. Herten
... Ein Schachturnier mit und ohne Computerprogramm muss als "Battle"
stilisiert werden. ...
Mehr...
Wolfram Schmidt
... Schach braucht Helden - wie jeder Sport. Ein Schachprogramm kann
das nicht leisten. ...
Mehr...
Stefan Knappe
... Es gibt keinen deutschen Schachspieler, der momentan auch nur
Fühlung zur Weltspitze hat....
Mehr ...
Ulrich Wehling
... Schach ist und bleibt
ein Sport für eine elitäre Gruppe, die als langweilig gelten und ich fürchte,
es bleibt eine Randsportart....
Mehr...
Peter Haupert
... Fritz, in seinen verschiedenen
Inkarnationen, trägt mit Sicherheit zum Interesse an Schach bei....
Mehr...
Thomas Jacobs
... Die holländische Meisterschaft hat in meinen Augen gezeigt,
dass durch den Vergleich zwischen Menschen und Schachprogrammen oder die
Zweikämpfe Kasparov und Deep Blue, Schach in die Medien bringen können
...
Mehr...
G. Scheucher
... Schach wird immer eine Randsportgruppe bleiben. ...
Mehr...
Wolfgang Utesch
... Die Frage ist wohl
nur mit einem klaren 'Ja' zu beantworten....
Mehr...
Bernd Manhart
... Meiner Meinung nach liegt es vor allem daran, dass wir
keinen wirklichen Schach-Superstar wie z.B. Kasparov oder früher Fischer
haben. ...
Mehr...
Harald Faber
... Es ist etwas merkwürdig. Zum einen soll es ja unzählige Schachspieler
in Deutschland geben, wenn auch zum Grossteil Hobbyspieler. Die könnte
man eigentlich als Fernsehzuschauer gewinnen....
Mehr...
Arnold Koschorrek
... Ich denke nicht, dass unbedingt
ein Boris Becker des Schachs notwendig ist: Schach ist per se ein eher
"leises Spiel" mit nicht so hohem Identifikationsfaktor....
Mehr...
Ulf Flörsheimer
... Worunter Schach noch immer leidet ist das Image, das einem
exzellenten Schachspieler vorausgeht - er hat spleenig, weltfremd und
leicht behämmert zu sein ... im Prinzip ähnlich wie der Idealtypus des
Mathematikprofessors!...
Mehr...
Thomas Mayer
... Höher- oder hochklassiges Schach wird jedoch immer die Sache
einiger weniger bleiben, es ist eben so, dass nur ein kleiner Prozentsatz
der Bevölkerung bereit ist, sich stundenlang hinzusetzen um über eine
Position nachzudenken....
Mehr...
Joachim Denzler
... Wenn die Auflagen oder Einschaltquoten
bei einer Schachberichterstattung steigen, dann wird auch mehr berichtet
werden. Nur, weil mehr gezeigt wird, wird nicht mehr Schach gespielt,
solange es die Leute nicht mehr interessiert als bisher. ...
Mehr...
Ekkehard Baur
... Während einer Internet-Partie ist man tatsächlich "mittendrin
statt nur dabei", da mit Hilfe von Programmen wie Fritz oder Winboard
in verkleinerten Fenstern auch die voraussichtlich besten Züge oder Varianten
vorausberechnet werden können....
Mehr...
Simon Henke
... Zudem haftet dem Schach immer noch der Flair einer elitären
Betätigung an (nur kluge Leute spielen Schach )....
Mehr...
Michael Scheidl
... Ich finde, Schach gehört ins Kulturressort, sowohl bei den
Fernsehanstalten als auch bei der (Förderungs-) Politik. Schachförderung
ist Kultursponsoring....
Mehr...
Torsten Schmidt
... In Turnieren wie z.B. Dortmund
wird der immense "Preispott" hauptsächlich für die "Schachriesen"
ausgegeben und der "Kleine" geht zu häufig leer aus. ...
Mehr...
R. Ströher
... Ich denke schon, dass das
geringe Interesse in den Medien damit zusammen hängt, dass Deutschland
eben über keinen Spieler mit Charisma verfügt....
Mehr...
Christoph Seufert
... Im deutschen Schach ist leider niemand in Sicht, der in die Top10
der Welt vorstoßen könnte....
Mehr...
|